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Schwabo - 6. Dezember 2008

Gemeinsam auf neuen Wegen

Evangelischer Kindergarten und Grundschule beteiligen sich am „Bildungshaus 3-10“

Altensteig-Walddorf. Kinder fördern, wo sie Förderung brauchen, statt Unterricht für die breite Masse - das ist das Ziel des „Bildungshaus 3-10“. Der evangelische Kindergarten und die Grundschule Walddorf beteiligen sich am Modellprojekt.

Warum gibt es das Bildungshaus? Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Kenntnissen in die Schule. Beim ausschließlich klassen- und gruppenbezogenen Arbeiten werden einige Kinder deshalb über- andere unterfordert, und nur für einen kleine Gruppe der Kinder ist das Niveau der Herausforderung angemessen. Das Modellprojekt soll Abhilfe schaffen: Es geht um eine differenzierte und individualisierte Lernbegleitung, bei der man der Unterschiedlichkeit der Kinder gerecht werden kann, formuliert es Robert Helwig, evangelischer Pfarrer in Walddorf.

Das Leitungsteam des "Bildungshaus Walddorf" (von links): Robert Helwig, Elke Volz, Bernd Zachrich und Ulrike Dengler.

Vor gut einem Jahr hat Helwig die Ausschreibung des baden-württembergischen Kultusministeriums für das „Bildungshaus 3-10“ gesehen. "Ich hab dann reagiert auf diese Ausschreibung und Schulleiter Bernd Zachrich und die Kindergartenleitung dazugewonnen", erzählt der Pfarrer.
Denn auch die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule hat das Konzept „Bildungshaus 3-10“ im Visier: Kinder unterschiedlichen Alters sollen Lernzeiten in institutionsübergreifenden Gruppen verbringen. Fachkräfte aus Kindergarten und Grundschule planen ihren pädagogischen Alltag gemeinsam, setzen ihn in der Regel zusammen um und reflektieren anschließend miteinander über die Entwicklung der Kinder. Die räumliche Nähe von Kindergarten und Grundschule bietet dafür ideale Voraussetzungen.
Seit einem Jahr läuft das Projekt bereits. An vier Tagen in der Woche werden Bildungshaus-Themen angeboten: Musik, Religion, Jahresthema und Sport. Grundschüler haben sich dabei etwa schon mit Kirchenliedern beschäftigt und einen Gottesdienst zu "Geh aus, mein Herz" mitgestaltet.
An zwei Tagen gibt es zudem ein Mathematik-Angebot, an einem Tag ein Spiele-Angebot. Außerdem hat der Kindergarten mittlerweile einen Werkraum. Von Dienstag bis Freitag sind die Lesepaten in Aktion,- Grundschüler lesen den Kindergartenkindern vor. Das Vorlesen tut allen gut: "Die Kindergartenkinder sind ganz erstaunt, dass die Grundschüler schon so lesen können", sagt Hellwig. Und die Grundschüler sind selbstbewusster dadurch.
Wissenschaftlich begleitet wird das "Bildungshaus 3-10" vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL). Zum einen soll die Wirkungsweise der veränderten pädagogischen Praxis auf unterschiedlichen Ebenen überprüft werden, zum anderen sollen die Einrichtungen in ihrer Arbeit unterstützt werden. Stefanie Gödert vom ZNL beantwortete Eltern von Grundschul- und Kindergartenkindern kürzlich Fragen zum Modellprojekt. Noch sieben Jahre läuft das „Bildungshaus 3-10“ in Walddorf, ZNL-Begleitung ist für 4 Jahre gesichert. Robert Helwig hofft auf Fortsetzung.


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Stand: 26 Januar 2012