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Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel - Herkunft unbekannt
"So macht Lernen Spaß!"
Das Projekt Lernort Bauernhof im Hackengäu schickt Schulklassen zum
Unterricht auf den Bauernhof. Das Prinzip des "Learning by doing"
begeistert sowohl Schüler als auch Lehrer:
Unterricht auf dem Bauernhof - wieso eigentlich nicht? "Gut
lernen, weil's Spaß macht, dort lernen wo es Spaß macht." Das hat sich der
Verein Lernort Bauernhof im Heckengäu e. V. Zum Motto gemacht und gemacht und in
diesem Sommer die ersten Schulklassen auf den Bauernhof geschickt.
Familie Wüthrich aus Altensteig-Monhardt im Kreis Calw hat Besuch von den
Viertklässlern einer Grundschule, die sie tatkräftig bei der Kartoffelernte
unterstützen. Die Jungs wetteifern miteinander auf der such nach den größten
Kartoffeln, die Mädchen wollen lieber so schnell wie möglich in den Stall zurück
und die Tiere streicheln. Als Belohnung für die Hilfe wird anschließend an der
Feuerstelle gegrillt.
"Ähnliche Projekte gibt es schon länger, aber nun dürfen die Kinder nicht nur
zuschauen, sondern auch mit anpacken," erklärt Gertrud Schöffend,
Agraringenieurin und Gründungsmitglied des Vereins. Den Schülern gefällt es und
das Prinzip des "Learning by doing" funktioniert. Davon ist auch die Lehrerin
der Grundschüler, Anneliese Danner überzeugt. "Die Kinder haben sehr viel über
die Kartoffel und den Umgang mit den Tieren auf dem Bauernhof gelernt. Und dabei
haben sie eine Menge Spaß," berichtet sie. Der Landwirt habe den Schülern alle
Arbeitsschritte erklärt und ihre Fragen auf verständliche Weise beantwortet.
Außerdem werde die Tierliebe der Kinder bei solchen Ausflügen gefordert. Die
Schüler hätten weniger Konzentrationsprobleme und ließen sich daher nicht so
schnell vom Unterricht ablenken.
Peter Wüthrich, auf dessen Hof im Mai der Verein gegründet wurde, hat seitdem
mehrere Klassen empfangen. Der Bauer betreibt einen Gemischtbetrieb mit Ackerbau
und Viehzucht. Bei ihm tummeln sich neben dem Zuchtvieh auch Schweine, Schafe,
Hühner, Katzen, Hunde und Hasen. Er kann in den einzelnen Jahreszeiten
verschiedene Projekte anbieten. So dürfen die Kinder im Frühjahr das Vieh auf
die Weide treiben, im Sommer können sie sich an der Kartoffelernte beteiligen,
im Herbst Most pressen und im Winter bei der Landschaftspflege anpacken. Seine
Hauptaufgabe sieht er darin, den Kindern zu zeigen, wo die Nahrungsmittel
herkommen und wie sie produziert werden. "Das wissen immer weniger Kinder, denn
leider verliert die Natur in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung," sagt
er.
Die elf Landwirte, die am Projekt Lernort Bauernhof im
Heckengäu beteiligt sind, zeigen den Schülern, wie der Arbeitsalltag auf einem
modernen Bauernhof aussieht, und kämpfen damit gegen veraltete Vorstellungen wie
die vom Kleinbauern, der mit dem Spaten das Feld umgräbt. Das Konzept ist auf
die neuen Bildungspläne abgestimmt, die besonders großen Wert auf
fächerübergreifenden Unterricht legen. Die Betriebe bieten unterschiedliche
Themenschwerpunkte und verschiedene Projekte für die einzelnen Klassenstufen an.
Die Grundschüler beschäftigen sich mit den Tieren und Nutzpflanzen auf dem Hof,
sie dürfen Kühe melken, Kälber tränken und bei der Stallarbeit helfen. Außerdem
machen sie einen Rundgang über die Felder und schauen sich die unterschiedlichen
Getreidesorten an. Die älteren Schüler lernen die verschiedenen
Arbeitskreisläufe auf dem Bauernhof kennen und helfen beim Säen, Ernten und
Füttern. Die Oberstufenschüler werden aktiv an Landschaftsveränderungen
beteiligt, sie schneiden Bäume und Hecken oder umzäunen Rinder- und Schafweiden.
In dem Projekt Lernort Bauernhof im Heckengäu e.V. haben sich Interessierte aus
Schulwesen und Landwirtschaft zusammengeschlossen. Sie versuchen das bereits
erfolgreiche Angebot der Landjugend "Schüler auf dem Bauernhof" zu
intensivieren. Finanziell unterstützt wird der verein vom Plenum Heckengäu und
der Aktion Blauer Adler, einer Initiative der Allianz Umweltstiftung, die eine
gewisse Anzahl der Schulausflüge fördern. Der Verein vermittelt zwischen den
Schulen und Landwirten. Er bietet Lehrerfortbildungen über das
staatlich Lehrerseminar Sindelfingen und Schulungen für Landwirte an, die zum
Gelingen des Projekts beitragen. Seit der Gründung haben etwa zehn Schulklassen
an dem Programm teilgenommen. Beide Seiten waren sehr zufrieden mit den
Ergebnissen, weitere Projekte befinden sich in der Planung.
Informationsmaterial
zum Lernort Bauernhof gibt es im Internet unter
www.bauernhof-im-heckengäu.de oder über die Geschäftsstelle beim
Kreisbauernverband Böblingen.
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Da sind sich die Walddorfer Grundschüler einig: Tiere streicheln ist
besser als Unterricht im Klassenzimmer. |
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